
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. (Johannes 1:1 – SCHLACHTER 2000)
Die Bibel scheint Jesus mehrere Male direkt und auch indirekt „Gott“ zu nennen! So lieben Trinitarier Johannes 1:1 welcher im letzten Teil besagt: “Das Wort (Jesus) war Gott“!
Bedeutet dies aber, dass Jesus Gott der Allmächtige in Person sein muss? Wie kann man diese Aussage (und noch einige andere) auf eine nicht-trinitarische Art und Weise erklären, ohne auf etwaige Übersetzungsfehler einzugehen?
Dafür kann man sich dem Jüdischen Vertretungsrecht bedienen, welches sehr oft in der Bibel Anwendung findet. Es funktioniert wie folgt:
The Law of Agency deals with the status of a person (known as the agent) acting by direction of another (the principal), and thereby legally binding the principal in his connection with a third person. The person who binds a principal in this manner is his agent, known in Jewish law as sheluaḥ or sheliaḥ (one that is sent): the relation of the former to the latter is known as agency (sheliḥut). The general principle is enunciated thus: A man’s agent is like himself (Ḳid. 41b).
Jewish Encyclopedia
Das Vertretungsrecht befasst sich mit dem Status einer Person (bekannt als Vertreter), die auf Anweisung eines anderen (des Auftraggebers) handelt und damit den Auftraggeber in seiner Beziehung zu einer dritten Person rechtlich bindet. Die Person, die einen Auftraggeber auf diese Weise bindet, ist sein Vertreter, der im jüdischen Recht als sheluaḥ oder sheliaḥ (einer, der gesandt wird) bekannt ist: die Beziehung des ersteren zu den letzteren wird als Vertretung (sheliḥut) bezeichnet. Das allgemeine Prinzip wird so ausgedrückt: Wer eine Person vertritt ist wie diese Person selbst (Ḳid. 41b).
Was dieses Vertretungsrecht beinhaltet, und wie es angewendet wird, wird deutlich, wenn wir uns ansehen, wie in der ganzen Bibel ein Repräsentant bzw. Vertreter oder ein Bild von jemandem mit dem Namen desjenigen genannt wird, dessen Eigenschaften durch ihn offenbart werden.
Hier ist ein Beispiel von vielen die wir in der Bibel finden:
„[Jesus] wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan.“ (Matthäus 16:23)
Es ist klar, zu wem Jesus sprach. Jesus bezeichnet Petrus in dieser Passage als „Satan“. Bedeutet das doch, dass Petrus buchstäblich Satan war? Natürlich nicht.
Es ist nur allzu leicht, das menschliche Denken über das göttliche Denken zu stellen. Wenn wir das tun, selbst in guter Absicht, können wir unbeabsichtigt zu Befürwortern von Satans Absichten werden, anstatt von Gottes Absichten. Aber wie reagierte Petrus?
Er wusste sicherlich, dass Jesus ihn nicht wörtlich Satan den Teufel nannte. Schließlich sprach Jesus nicht so zu Petrus, wie er es zu Satan tun musste. Zu Satan hatte Jesus gesagt: „Geh weg!“; Zu Petrus sagte er: „Geh hinter mich.“ (Matthäus 4,10) Jesus hat diesen Apostel, in dem er viel Gutes sah, nicht verstoßen, sondern er hat nur sein falsches Denken in dieser Sache korrigiert. (Der Wachtturm – 1. Januar 2010)
Man beachte auch, wie Jesus Judas als „Teufel“ bezeichnete, indem er sagte:
„Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel.“ (Johannes 6,70)
Judas war nicht buchstäblich ein Teufel, aber der Teufel wirkte durch ihn, und deshalb wurde er mit dem Namen des Archetypus bezeichnet, dessen Eigenschaften sich manifestierten. (siehe auch Der Wachtturm – 15. April 1966)
Es kann sogar sein, dass es nicht Satan selbst war, der durch Petrus und Judas wirkte, denn Satans Dämonen werden auch „Satan“ genannt.
Als die Pharisäer Jesus einmal beschuldigten, die Dämonen durch den Fürsten der Dämonen ausgetrieben zu haben, antwortete Jesus ihnen, indem er sagte:
„Wenn also der Satan den Satan austreibt, dann ist Satan in sich selbst gespalten. Wie kann sein Reich dann Bestand haben?… Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.“ (Matthäus 12:26, 28)
Zu Matthäus 12,22-26 heißt es im Buch „Komm und werde mein Nachfolger„:
Anders ausgedrückt sagte Jesus: „Wenn ich ein Handlanger Satans wäre und gleichzeitig Satans Werk[, die Dämonen die Besitz von Menschen nahmen] zunichtemache, dann würde Satan doch gegen seine eigenen Interessen arbeiten und bald fallen.“ Was hätten die Pharisäer einem so schlüssigen Argument entgegenhalten können?
Satans Dämonen werden „Satan“ genannt, weil sich die Eigenschaften Satans in ihnen manifestieren. In ähnlicher Weise werden die Engel Jehovas manchmal auch Gott bzw. Jehova genannt: Nachdem er einen Engel Jehovas gesehen hat, sagt Manoah: „Wir haben Gott gesehen.“ (Richter 13:22). Der Kontext zeigt, dass Manoah nur „Jehovas Engel“ sah. (Richter 13:21)
Da der Engel jedoch als persönlicher Vertreter Gottes für Manoah fungierte, wurde er daher „Gott“ genannt.
Dieses Prinzip, dass das Bild mit dem Namen seines Archetyps bezeichnet wird, kann auch angewendet werden, wenn ein Mensch als eine Art Prototyp für einen anderen Menschen dient. Das ist der Grund, warum Jesus Johannes den Täufer „Elias“ nannte und sagte:
„Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis Johannes. Und wenn ihr es empfangen wollt, so ist das Elia, der kommen sollte.“ (Matthäus 11,13-14)
Da Jesus Johannes den Täufer mit dem Namen Elia bezeichnet, bedeutet das, dass Johannes der Täufer Elia war? Nein. Einige der Leviten fragten Johannes: „Bist du Elia?“ Und Johannes antwortete: „Das bin ich nicht.“ (Johannes 1,21)
Wenn also Johannes 1,1 sagt, dass „das Wort Gott war“ – es heißt tatsächlich „Gott war das Wort“ (theos en ho logos) -, könnte das durchaus etwas ganz anderes bedeuten, als die meisten glauben möchten.
Im Fall von Johannes dem Täufer sagte der Prophet Maleachi voraus, dass Elia vor dem Kommen des Messias gesandt werden sollte, um ihm den Weg zu bereiten (Maleachi 4,5.6). Damit war offenbar nicht gemeint, daß er persönlich erscheinen sollte, sondern daß jemand mit einer auffallenden Ähnlichkeit mit ihm erscheinen sollte; oder, wie Lukas es ausdrückt (Lukas 1,17), „im Geist und in der Kraft des Elia“.
Obwohl Elias persönliche Eigenschaften bei Johannes nicht offenbart wurden, waren es bestimmte Diensteigenschaften, die mit Elias identifiziert wurden (was Johannes zu einer Art Mitglied der „Gattung“ Elias machte).
Schauen wir uns ein anderes Beispiel an. Die Pharisäer beschuldigten Jesus, durch Beelzebub Dämonen ausgetrieben zu haben, indem sie sagten:
„Dieser Kerl treibt nicht die Teufel aus, sondern durch Beelzebub den Fürsten der Teufel.“ (Matthäus 12:24)
Doch Jesus setzt dies damit gleich, dass er Beelzebub genannt wird, wenn er beschreibt, wie seine Jünger so verfolgt werden würden wie er, und sagt:
„Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wie viel mehr werden sie sie aus seinem Hause nennen?“ (Matthäus 10:25)
Werke von Beelzebub zu machen, ist gleichbedeutend damit, Beelzebub genannt zu werden.
Jesus selbst wird auch in Hesekiel 34,23 als David bezeichnet, wie jeder Kommentar zur Bibel zugeben wird, aber das liegt nicht daran, dass Jesus selbst David war, sondern vielmehr an bestimmten Gemeinsamkeiten, die er mit David, dem gerechten König Israels, hatte.
Außerdem wird Jesus im Neuen Testament als „Sohn Davids“ bezeichnet (Matthäus 1,1 usw.).
Biblisch wird Jesus also sowohl David als auch Sohn Davids genannt, aber niemand behauptet, dass Jesus buchstäblich David selbst ist.
Wenn Jesus jedoch sowohl Gott als auch Sohn Gottes genannt wird, behaupten viele, dass dies notwendigerweise bedeutet, dass Jesus Gott selbst ist.
Bisher haben wir anhand der vorangegangenen Beispiele gesehen, wie Personen in der Bibel oft mit dem Namen des Archetypus bezeichnet wurden, dessen Eigenschaften durch sie ausgedrückt wurden:
- Jesus nannte Petrus Satan, obwohl Petrus nicht selbst Satan ist.
- Jesus nannte Judas einen Teufel, obwohl Judas nicht buchstäblich ein Teufel war.
- Satans Dämonen wurden Satan genannt, obwohl sie nicht Satan selbst sind.
- Ein Engel des HERRN wurde Gott genannt, obwohl Gott kein Engel ist.
- Johannes der Täufer hieß Elia, aber er war nicht Elia selbst.
- Jesus setzte das Handeln in der Macht von Beelzebub damit gleich, Beelzebub genannt zu werden, aber das bedeutet nicht Beelzebub selbst zu sein.
- Jesus wird David genannt, aber er war nicht David im wörtlichen Sinne.
Im Lichte all dieser Beispiele ist es offensichtlich, dass Menschen biblisch oft mit dem Namen desjenigen genannt wurden, den sie repräsentierten oder dessen Haupteigenschaften Sie ausdrückten bzw. Auslebten.
Darüber hinaus beweist die Bibel nicht nur dieses Prinzip, sondern auch, dass dieses Prinzip in Bezug auf Jesus als Gott angewendet werden sollte.
In Exodus 7:1,2 (LUT 1986) heißt es: „Darum sprach Jehova zu Mose: Siehe, ich habe dich zu Gott gemacht zu Phar‚aoh, und Aaron, dein eigener Bruder, wird dein Prophet werden. Du – du wirst alles reden, was ich dir befehlen werde, und Aaron, dein Bruder, wird mit Phar‚aoh sprechen, und er muss die Söhne Israels aus seinem Land wegschicken.
Hier, in der hebräischen Sprache, ist das Wort, das mit „Gott“ übersetzt wird, elohim. Die Bibel sagt: „Höre, Israel, JHWH, unser Gott (elohim), ist ein JHWH.“ (5. Mose 6,4)
Das soll nicht heißen, dass Moses selbst Gott/Jehova war, sondern vielmehr, dass Gottes Satzungen, Gesetze, Bestimmungen (usw.) durch Mose offenbart bzw. vermittelt wurden und er somit Gottes Stellvertreter für den Pharao war.
Die Stellung des Propheten als Sprecher Gottes wird dadurch unterstrichen, dass Jehova Aaron als „Propheten“ oder „Mund“ für Mose einsetzte, während Mose „Aaron als Gott diente“. (2. Mose 4:16; 7:1,2)… Moses‘ innige, oft wechselseitige Kommunikation mit Gott und das stark gewachsene Verständnis von Jehovas Willen und Absicht, die er zu vermitteln pflegte, machten seine prophetische Position herausragend. (2. Mose 6:2-8; 5. Mose 34:10) Einsicht in die Schrift, Band 2, S. 695
Jemand könnte sagen, dass 2. Mose 7:1 bedeutet, dass der Pharao, der bereits an viele Götter glaubte, dachte, dass Mose auch ein buchstäblicher Gott war, aber das ist falsch. Der Pharao verstand, dass Mose Gottes Stellvertreter war (2. Mose 5:1-3; 8:25-29).
Darüber hinaus sprach Gott bereits in einem früheren Abschnitt gegenüber Mose von diesem Grundsatz, indem er sagte: „Und er (Aaron) wird dein Sprecher vor dem Volk sein, und er wird … dir statt eines Mundes, und du sollst ihm (Aaron) ein Gott sein.“ (2. Mose 4:16)
So wie Mose für Gott stand, so wurde Mose, der stellvertretend für Ihn sprach, für Aaron wie „Gott“. Einsichten in die Schrift, Band 2, S. 435-436
Das bedeutet natürlich nicht, dass Mose ein Ersatz für Gott für Aaron war, sondern vielmehr, dass Mose derjenige war, durch den Gott sich Aaron offenbarte. Auf diese Weise wurde Mose (nicht im wörtlichen Sinne) für Aaron zu Gott gemacht. Gott sagte, dass er Mose zum Gott des Pharaos und Aarons gemacht habe.
Nun kommt ein Schlüsselvers, auf dessen Inhalt man genau achten sollte: 5. Mose 18:17-19:
„Jehova sagte darauf zu mir (Moses): ‚Was sie gesagt haben, ist gut. Ich werde für sie aus der Mitte ihrer Brüder einen Propheten wie dich berufen und meine Worte in seinen Mund legen. Er wird ihnen alles mitteilen, was ich ihm auftrage. Ja, ich werde den Mann zur Rechenschaft ziehen, der nicht auf das hört, was er in meinem Namen sagt.“ (5. Mose 18,17-19)
Diese Prophezeiung hat sich in Jesus erfüllt, wie die Schrift sagt:
Bereut also und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden, sodass von Jehova Zeiten der Erholung kommen und er den für euch bestimmten Christus schickt, Jesus. Diesen muss der Himmel bis zu den Zeiten bei sich behalten, in denen alles wiederhergestellt wird, worüber Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten in alter Zeit gesprochen hat. Moses hat ja gesagt: ‚Jehova, euer Gott, wird aus der Mitte eurer Brüder einen Propheten wie mich für euch berufen. Hört auf alles, was er sagt. Ja jeder, der nicht auf diesen Propheten hört, wird aus der Mitte des Volkes ausgerottet werden.‘
Nachdem Gott seinen Diener berufen hatte, schickte er ihn zuerst zu euch, um euch zu segnen, indem er jedem von euch hilft, sich von seinen schlechten Taten abzuwenden.“ (Apostelgeschichte 3:20-23, 26)
Die Bibel sagt, dass Mose für den Pharao und Aaron zu „Gott“ gemacht wurde. Dieser Grundsatz wurde also in Bezug auf Moses bestätigt. Die Prophezeiung, dass einer kommen würde, der „wie Mose“ sei, hat sich in Christus erfüllt. Es ist widersprüchlich zu sagen, dass Mose auf eine bestimmte Weise Gott genannt wurde, aber Jesus, der wie Moses war, wird auf eine ganz andere Weise Gott genannt.
Die konsequenteste Interpretation ist, dass Christus auf die gleiche Weise Gott genannt wird wie Mose, da er „wie“ Mose war. Mose sprach die offenbarten Worte Gottes zu den Menschen, und darum wurde er Gott genannt.
Der kommende Prophet (Christus) sollte dasselbe tun, wie die Schrift sagt: „Ich will sie auferwecken als Prophet aus ihren Brüdern, gleich dir, und will meine Worte in seinen Mund legen; und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde.“ (5. Mose 18:18; 2. Mose 7,2)
Und Jesus sagt das von sich selbst: „Denn ich habe nicht von mir selbst geredet; aber der Vater, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und reden soll.“ (Johannes 12:49)
Sowohl Mose als auch Christus werden „Gott“ genannt, weil der allein wahre Gott, der Vater, durch sie offenbart wurde (Johannes 17:1,3).
Dies würde Johannes 1:1 bereits auf eine kohärente nicht-trinitarische Weise erklären, ohne die grassierende Wiedergabe von Johannes 1:1c „das Wort war Gott“ korrigieren zu müssen. Dieses kohärente Prinzip lässt sich eigentlich auf ALLE Bibelverse anwenden die mit Jesus in Verbindung mit seiner Rolle als Stellvertreter Gottes zu tun haben, und die ohne dieses Verständnis von Trinitariern verwendet werden, um Ihre Irrlehre zu rechtfertigen zu suchen.

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